Von: BR / Bayerischer Rundfunk (Quellenangabe: s.u.)
Der
Kreativitätsforscher und Ökonom Prof. Dr. Karl-Heinz-Brodbeck definiert
Kreativität als etwas von "Neuheit und Wert". Beides muss einer Sache
oder einem Prozess zu Eigen sein, damit man von Kreativität sprechen
kann. Die Einschätzung des "Wertes" ist aber eine subjektive, sie wird
von der jeweiligen gesellschaftlichen Gruppe getroffen.
Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn man kreativ ist?
Physiologisch gesehen ist Kreativität eine Leistung des menschlichen
Gehirns: Hier sind bis zu 1000 Milliarden Nervenzellen aktiv: Jede von
ihnen steht im Kontakt mit 10.000 anderen. Das heißt: Wenn Menschen
etwas wahrnehmen, wird das im Gehirn sofort gleichzeitig bewertet und
mit Erinnerungen verknüpft.
Dabei arbeitet das Gehirn aber auch sehr effizient: Es gleicht die
vielen neuen Eindrücke fortwährend mit gewohnten Annahmen ab, um sie
einzuordnen.
Kreativität beginnt dann, wenn es gelingt, die gewohnten
Muster zu durchbrechen. Denn in einem kreativen Prozess werden Dinge
miteinander verknüpft, die vorher nicht miteinander verknüpft waren.
Dann fällt einem plötzlich etwas Neues ein..
Je mehr Möglichkeiten der
Verbindung es gibt, desto kreativer bin ich! Und das heißt, dass Lernen
eine Grundvoraussetzung ist, um kreativ zu sein.
Divergentes bzw. laterales Denken
Mit Kreativität verbinden wir ungewöhnliche und unbekannte Ideen,
Gedanken und Lösungen. Die Wahrscheinlichkeit für kreative Einfälle kann
erhöht werden, indem gewohnte Denkpfade verlassen und mentale Schranken
überwunden werden.
Divergentes und konvergentes Denken
Für diese Art des Denkens prägte Joy Paul Guilford den Begriff
"divergentes Denken". Divergentes Denken bedeutet, sich offen,
unsystematisch und experimentierfreudig mit einem Thema oder Problem zu
beschäftigen. Das divergente Denken ist das Gegenstück zum konvergenten
Denken. Konvergentes Denken beschreibt das gewöhnliche, lineare, streng
rational-logische Denken.
Laterales und vertikales Denken
Eine sehr ähnliche Unterscheidung von kreativem und konventionellem
Denkstil macht Edward de Bono. Er gilt als Urheber des Begriffs
"laterales Denken". Laterales Denken steht ebenso wie divergentes Denken
für offenes, spielerisches Denken über ein Thema. Das Gegenstück ist
vertikales Denken und lehnt sich stark am Begriff des konvergenten
Denkens an. Da beide Begriffspaare von Guilford und de Bono sich stark
ähneln, werden sie häufig gleichbedeutend verwendet.
Quelle und vollständiger Aritkel:
http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/alpha-campus/doku/kreativitaet-102.html
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